Thursday, December 2, 2010

Die Grippe kam wieder...

Nun, die Grippe kam und ging gottseidank wieder. Den Kleinen geht es gut und sie spielen wie vorher auch. Katako ist ganz der Alte und klaut unter anderem wieder die Milchflaschen der Anderen. Bei unserem kleinen Shibo war es besonders kritisch, aber auch er hat das Schlimmste nun überstanden und ist mittlerweile auch wieder ganz der Alte.

Aber wir müssen wachsam bleiben, denn der Virus hat sich über das 1. Gehege hinweg ausgebreitet. Stany’s Bonobos sind betroffen und der Virus könnte auch auf die Kinderstation überspringen. Das ist einer der Gründe, weshalb wir händeringend eine neue Räumlichkeit für die Kinderstation brauchen. Wir versuchen nun Geld aufzubringen, haben aber bisher nicht mal halb so viel, wie wir brauchen.

Daher wäre es das schönste Weihnachtsgeschenk, wenn ihr die Bonobos mit einer kleinen Spende unterstützen würdet.  Damit würdet ihr uns sehr helfen für die Babies und die Ersatzmama’s eine neue Bleibe aufzubauen und für die neuen Ankömmlinge eine sichere Umgebung zu gewährleisten.

Monday, November 29, 2010

Lomela

Allen Bonobos geht es sehr gut im Wald. Zwei Babys sind schon geboren (obwohl beide Mütter schon schwanger waren, bevor sie im Wald gewesen sind). Wir warten bis ein Baby im Wald geboren wird. Die Bonobos gehen jeden Tag tiefer in den Wald, wenn sie auf Futtersuche sind. Dies bedeutet, dass sie weniger von unserem Futter abhängig sind.

Eine Gruppe folgt den Bonobos jeden Tag im Wald und bringt sie jede Nacht ins Bett. Dabei muss die Gruppe warten, bis die Bonobos ihre Nester gemacht haben.


Hier ist dein kleines Mädchen--Lomela!

Mbano und seine Großzügigkeit

Auf dem Weg ihrer Futtersuche entdeckten die Bonobos eine neue Frucht. Eine Frucht, die oben in den Bäumen wuchs und keiner von ihnen je gegessen hatte. Besonders bemerkenswert war die zu beobachtende Großzügigkeit der männlichen Bonobos. Denn diejenigen, die die Frucht entdeckt hatten, konnten die armen Männer diese wunderbar süße Frucht (Landophia) erreichen.

Also kletterten sie nach einigen Stunden des Schlemmens runter und brachten ihnen eine kleine Kostprobe vorbei. Danach kletterten sie blitzschnell wieder hoch, um ihre Mahlzeit zu beenden.

Thursday, November 4, 2010

29. September 2010

Neues von Maya!

Herzlichen Glückwunsch, Maya, zur Geburt deines zweiten Babys!

Denn es gibt Gerüchte, dass Maya einen gesunden kleinen Jungen geboren hat, einen kleinen Bruder für Bisengo, der mit seinen fünf Jahren seiner Mutter immer noch wie ein Zweijähriger hinterherläuft!

Für Claudine ist Maya ein ganze besonderer Bonobo – hier berichtet sie von ihr:
„Maya war der zweite Bonobo, den Denise van Gheluwe und ich aufnahmen, als wir damals versuchten, den Zoologischen Garten von Kinshasa zu retten. Darum war sie stets eine besondere Freundin von Mikeno, meinem ersten Bonobo (meinem Herzensprinz, wie mein Mann ihn nannte), aber sie war auch eine von denen, die mir am nächsten standen, meine „Mamouche“, wie ich sie zärtlich nenne. Wenn ich nach einer Reise zurückkehre und sie wiedersehe, kommt sie immer zu mir und wir halten einen kleinen „Willkommensplausch“. Sie lächelt mich breit an und nickt mit dem Kopf, als ob sie mir redete, aber was noch bemerkenswerter ist, ist das besondere Augenmerk, das sie auf alles richtet, was ich trage: meine Kleider, meine Uhr, mein Haar – wie etwa einen Freundin, die sich genau anschaut, was sich an meinem Erscheinungsbild geändert hat seit unserer letzten Begegnung. Um sie nicht zu enttäuschen, trage ich jedes Mal irgendeine neue Kleinigkeit, die sie noch nicht kennt – ich glaube, das gefällt ihr

Dieses Mal ist sie damit an die Reihe, mir ihre „kleine Neuigkeit“ zu zeigen: ihr Neugeborenes! Und ich sage wie immer zu ihr: Ich habe dich lieb, meine Mamouche! ..“


Hier noch ein Foto, das Pierrot von ihr gemacht hat – jedes Mal, wenn er die Kamera auf sie richtet, dreht sie sich um!

27. September 2010

Interview mit Bonobofreundin Gay Reinartz auf der Website von Mongabay

Gay Reinartz ist eine echte Bonobofreundin! Lies nach auf

http://news.mongabay.com/2010/0923-hance_reinartz.html

„Anders als bei jeder anderen Menschenaffenart (Gorillas, Schimpansen und Orang Utans), konzentrieren sich alle Bemühungen zur Rettung der Bonobos auf einen einzigen Staat: die Demokratische Republik Kongo. Obwohl es so scheinen mag, als erleichtert das die Aufgabe, macht es sie in Wahrheit nur komplizierter, so die Leiterin der Bonobo and Congolese Biodiversity Initiative (BCBI), Gay Reinartz: Nach jahrzehntelangen kriegerischen Auseinandersetzungen eines der brutalsten Bürgerkriege der Welt ist die DRK eines der unterentwickeltsten Länder der Erde. Die allgegenwärtige Armut, Gewalt, politische Instabilität, Korruption und das Fehlen der grundlegendsten Infrastruktur haben das kongolesische Volk in eine verzweifelten Lage gebracht ...“

Lesen Sie das vollständige Interview auf

http://news.mongabay.com/2010/0923-hance_reinartz.html

15. September 2010

Lola bei den Aussies

Australier kamen nach Lola! Sehen Sie das Video und freuen Sie sich an dem außergewöhnlichen australischen Akzent ...

http://www.abc.net.au/foreign/content/2010/s3011728.htm

14. September 2010

Masisi liebt Crocs!

Gerade wollte Pierrot wie immer seine geführte Tour beginnen ... als er plötzlich bemerkte, dass die Besucher bei der Kinderstation plötzlich abgelenkt waren. Mit gutem Grund - Masisi hatte einen von Marthes Crocs gestohlen und lief nun damit herum ...

eine kleine Modenschau für die verblüfften Besucher, die amüsiert zuschauten!

Pierrot war klar, dass niemand seinen Erklärungen mehr zuhörte, also unterbrach er sie und wartete, bis Masisis Vorführung beendet war ...




Klettern mit Crocs - wer hätte das gedacht …?

11. August 2010

Bonobos im Fernsehen

Ein bisschen spät – aber hier dennoch der Hinweis auf diesen Bericht bei ABC News. Ja, Lola ist dabei! Vor allem die kleinen, zensierten Kreise – sie sind wirklich das Komischste, das ich je gesehen habe.

Ich frage mich, warum man so etwas nie bei anderen Tierarten sieht? Es gibt ja eine überaus interessante Theorie, nach der der Mensch tatsächlich aus dem Kongo stammt. Ich bin nicht sicher, ob man das wird nachweisen können, aber entscheiden Sie selbst, nachdem sie den Film gesehen haben!

7. August 2010

7. August 2010

Elf Babies auf der Kinderstation!

Erinnern Sie sich an den Bericht vom 18. Mai, als wir zwei winzige Bonobobabiess von einem Händler aus Kinshasa bekamen? Das kleine Mädchen hat es leider nicht geschafft, sie war erst wenige Monate alt – aber hier sind neue Bilder von dem kleinen Bonobojungen, der mit ihr kam:


Bei seiner Ankunft in Lola wurde er von zwei amerikanischen Studenten der Duke University empfangen, Evan und Kara, die bald anfingen, ihn ‚Homeboy‘ zu nennen – und ihnen folgend haben wir ihn ‚Ombwe‘ genannt, nach einem kleinen Ort in der Provinz Maniema.

Ombwe entwickelt sich prächtig, aber er ist noch sehr klein und hängt sehr an seiner Pflegemutter Maman Henriette. Er ist ein richtiges kleines Plappermaul, sobald man mit ihm spricht, antwortet er mit seinen tiefen, zartklingenden Babylauten ... aber wehe, wenn er schreit! Wie der schreien kann! Es ist geradezu unglaublich, welche laute Geräusche aus diesem winzigen Körper kommen können!

Nach dem obligatorischen Monat in Quarantäne war es Zeit für ihn, auf die Kinderstation zu wechseln. Die anderen kommen oft, um mit ihm zu spielen, immer (oder fast immer) sehr behutsam, da sie ja sehen, wie klein und zerbrechlich er noch ist. Der arme Ombwe muss sogar eine kleine wollene Strickjacke tragen, die ihn während des jetzigen Winters im Kongo warm hält!

Einmal in den letzten Tagen, irgendwann zwischen zwei spielerischen Anschlägen der größeren Bonobos, fiel mein Blick auf Maman Henriette, deren Gesicht plötzlich starr vor Erstaunen und die reglos und aus den Augenwinkeln beobachtete, wie ihr kleiner Schützling über ihre Schulter hinaus kletterte und zum ersten Mal in seinem Leben versuchte, eine kleine Palme zu erklettern – allerdings nicht die beste Wahl für einen ersten Versuch im Baumklettern, mit all den Dornen, die sich in seinem kleinen Jäckchen festsetzten!


Seine Bewegungen waren noch zögernd und unsicher, als er versuchte das Gleichgewicht nicht zu verlieren und weiter nach oben zu gelangen, ohne dass er bemerkte, dass ihn die Dornen festhielten ... „Was ist das nur für eine unsichtbare Kraft, die mich hier festhält!“ hat er sich sicher gefragt ...!


„Bravo, Ombwe!“ rief Maman Henriette, als er nach seiner dreiminütigen Kletterexpedition auf der Palme wieder zu seinem Ausgangspunkt auf ihrem Schoß zurückgekehrt war.

Im Hinblick auf künftige Klettertouren drehte Maman Henriette sich um und entfernte sorgfältig alle Dornen von den unteren Zweigen der Palme. Erster Platz für Klein-Ombwe!

Um unsere Arbeit und die Bonobos zu unterstützen, folgen Sie diesem Link:

http://www.friendsofbonobos.org/support.htm

1. August 2010

Neues Leben in Lola


Mit großer Freude berichten wir, dass unsere Kisantu am 18. Juli morgens ein gesundes kleines Mädchen zur Welt gebracht hat, das den Namen ‚Liyaka ya Lola‘, auf Lingala ‚Perle des Paradieses‘ bekommen hat – genau an Nsomis erstem Geburtstag! (Nsomi ist das zweite Baby von Etumbe und wurde direkt nach der Auswilderung in Ekolo ya Bonobo geboren.)

Kisantu und ihrer Tochter geht es sehr gut, auch wenn Kisantu ihr schon gewohnheitsmäßig alle Härchen von ihrem winzigen Kopf entfernt hat!


Kisantu ist eine wunderbare Mutter, was sie früher auch schon bei ihrem kleinen ‚Nkumu ya Lola‘ bewiesen hat, dem kleinen Bonobojungen, der leider die schlimme Grippeepidemie in Lola nicht überlebt hat, der im letzten Frühjahr insgesamt fünf Bonobos zum Opfer fielen.

Der kleine Neuankömmling wurde mit großem Interesse von den anderen Babies im Gehege begrüßt. Besonders Kymia, Salongas Tochter, die gerade ein Jahr alt wurde, war sehr neugierig auf den Neuzugang – endlich eine kleine Spielgefährtin!

Zuerst lag Kisantu monatelang mit ihrem riesigen Bauch herum – jetzt sehen wir sie immer noch herumliegen, mit ihrem nicht mehr ganz so großen Bauch und dafür ihrem kleinen Baby! Herzlichen Glückwunsch, Kisantu ...

... und Happy Birthday, Nsomi!

28. Juli 2010

Shibombo aus Lubumbashi

Noch ein neues Waisenkind, das bei uns willkommen geheißen wird ...! Wir hörten von einem kleinen Bonobo, der etwa vier Jahre alt sein sollte und gerade von einer hochrangigen Persönlichkeit bei Lubumbashi in der Provinz Katanga gekauft wurde, ziemlich genau am anderen Ende des Landes. Unsere Freunde vom Schimpansenreservat J.A.C.K. (http://jack.wildlifedirect.org) in Lubumbashi machten sich auf dem Weg, um den kleinen Kerl in aufzusuchen. Er hatte fast sämtliche Haare verloren und war sehr dünn, aber mit einem riesigen Bauch, sicheres Anzeichen für Unterernährung, schien aber ansonsten gesund.

Nach endlosen Diskussionen und einer direkten Intervention des Umweltministeriums mit den erforderlichen Unterlagen für die Konfiszierung übergab sein ‚Besitzer‘ den kleinen Kerl schließlich an Franck, den Gründer von J.A.C.K., der ihm erklärt hatte, dass der Bonobo hierher nach Lola ya Bonobo geschickt werden sollte. Der Kleine verbrachte zunächst einen Monat in Quarantäne bei Carole, einer jungen Französin, die als Freiwillige im Reservat J.A.C.K. arbeitet. Beide gewöhnten sich rasch aneinander, und Carole sorgte für ihn wie für ein eigenes Kind. Dann begann man seine Reise nach Lola zu planen, und es wurde entschieden, dass er zusammen mit Roxanne, der Mitbegründerin von J.A.C.K., mit einem Flug von Hewa Bora-Airways reisen sollte.

[Foto mit Mr. Stavros, dem Manager von Hewa Bora Airways]

Die Reise ging gut vonstatten, und Fanny und Gladez erwarteten den kleinen ‚Shibo‘ (Schimpanse-Bonobo) am Flughafen von N’djili zusammen mit einem Inspektor des Umweltministeriums.

Wir danken der RVA (der kongolesischen Luftverkehrskontrollbehörde) und Hewa Bora und seinen Mitarbeitern, die seine Reise so angenehm wie möglich gemacht haben, damit er hier mit seinen Artgenossen zusammen sein kann. Hier ist ein Foto von ihm an seinem ersten Tag bei uns:


Seit diesem Tag wohnt der kleine Bonobo mit dem langsam nachwachsenden Haar auf unserer Kinderstation. Er heißt ‚Shibombo‘ nach einem kleinen Ort in der Nähe von Lubumbashi. Als er seine neuen Spielgefährten zum ersten Mal traf, waren wir überwältigt zu sehen, wie er herumrannte, lachte und mit allen Mitteln versuchte, die Aufmerksamkeit von Lukuru zu erregen – die sich allerdings viel mehr für den Inhalt von Maman Michelines Frühstücksdose interessierte!. Nach dem Essen rannten alle im Kreis um uns herum, jagten einander und versuchten sich zu kitzeln – welch wunderbare Begrüßung!

[Foto: Shibo mit Fanny und Roxanne an seinem ersten Tag in Lola]

Als er gleich nach seiner Ankunft etwas zu essen gereicht bekam, machte Shibo laute, aufgeregte Laute ... was bald danach zu einem Intensivkurs in Sachen Bonobo-Sex mit Masisi und Kodoro führte. Er schien damit ganz einverstanden zu sein (leicht untertrieben gesagt!).

Von nun an wird ihm Maman Micheline all die Liebe, Zuwendung und Fürsorge geben, die er braucht. Hier genießt er gerade ein Bad, mit der Hilfe von Maman Esperance:


 „Willkommen in Lola, Shibo!“

Um uns zu unterstützen, verwenden Sie bitte diesen Link: http://www.friendsofbonobos.org/support.htm

Um zu lesen, wie Shibo zu J.A.C.K. kam, lesen Sie bitte

http://jack.wildlifedirect.org/2010/06/24/bonobo-confiscated-in-lubumbashi/

http://jack.wildlifedirect.org/2010/07/06/j-a-c-k-flying-bonobo-to-lola/

21. Juli 2010

Nach Kikwit zu Kipolo!

Noch ein Neuzugang für die Kinderstation... Jemand erzählte und von einem jungen Bonobo, der mindestens sechs Jahre alt sein sollte und in Idiofa lebte, einer kleinen Stadt in der Provinz Bandundu. Nachdem wir alles organisiert hatten, machte sich unsere Tierärztin Dr. Fanny mit Gladez und Danila nach Kikwit auf, um den kleinen Bonobo abzuholen, der die letzten Jahre bei einem Pastor gelebt hatte.

Nachdem er sich im Internet informiert und Lola einen Besuch abgestattet hatte, war der Pastor zu dem Entschluss gekommen, dass es das Beste für seinen kleinen Bonobo sei, ihn nach Lola ya Bonobo zu schicken, damit er dort mit anderen Bonobos zusammen leben kann. Also fuhren wir die 330 Meilen (etwa 530km) nach Kikwit, wobei wir für eine Strecke elf Stunden brauchten, und trafen schließlich am Abend den kleinen Bonobo, den wir Kipolo nannten, nach einem Dorf im Unterkongo). Er war gesund, vielleicht ein bisschen zu klein für sein Alter, doch begann er sogleich spielerisch mit uns Kontakt aufzunehmen ... ohne Zweifel ein gutes Zeichen!


Am nächsten Tag machten wir uns mit ihm auf die lange Reise zurück nach Kinshasa. Er war freundlich und ruhig und beklagte sich kein einziges Mal während der langen, holprigen Fahrt auf der Straße, die immer noch im Bau ist!


Bis zum Abend hatten wir es nach Lola geschafft. Kipolo war sehr neugierig, als er die Laute der anderen Bonobos hörte, ein Geräusch, das er sicher seit Jahren nicht gehört hatte, aber er blieb sehr ruhig.

Inzwischen hat sich Kipolo den anderen Kleinen auf der Kinderstation angeschlossen. Nachdem er vor der riesigen starken Katako zu viel Respekt hatte, brachten wir ihn zuerst mit Lukuru zusammen, die zwischen zwei und drei Jahren alt ist, dazu neugierig, behutsam und sexuell sehr aufgeschlossen, die perfekte Kandidatin, um einen Neuankömmling willkommen zu heißen. Dann kam Waka hinzu, und zu unserer großen Freude begann Kipolo in Sekundenschnelle mit beiden zu spielen, deutlich beglückt von der Aufmerksamkeit, mit der die beiden lebhaften Mädchen ihn bedachten.


Kipolo ist leicht daran zu erkennen, dass er gewohnheitsmäßig an seiner Unterlippe saugt. Er ist jetzt voll in der Kindergruppe integriert. Am meisten hat sich im Kodoro angeschlossen, ein kleiner Junge, der letztes Jahr aus Basankusu zu uns kam und nun sehr erfreut ist, einen ‚großen Bruder‘ gefunden zu haben.

Welch ein Glück für den kleinen Kipolo! Er wird noch etwas Zeit benötigen, um sich an alles zu gewöhnen – aber es sieht schon sehr gut für ihn aus!
Um uns zu unterstützen, gehen Sie bitte auf folgenden Link:

http://www.friendsofbonobos.org/support.htm

Ein großes Dankeschön an KEYTECH DELL in Kinshasa, die diese Aktion gesponsort haben!

19. Juli 2010

Ashley Judd liebt Bonobos - und ganz besonders diesen!


Keza, einer der Bonobos von Lola, hat eine neue Freundin - Ashley Judd! Der Hollywood Star ist auch Aktivistin für Menschenrechte und war darum bereits mehrere Male im Kongo, um die internationale Aufmerksamkeit auf das Leiden der Menschen, besonders der Frauen, im Kongo zu lenken. Ashley ist eine von sehr wenigen Prominenten, die in den Kongo reisen, was keine publicityträchtige Unternehmung ist. In der Tat wissen nur die wenigsten außerhalb Afrikas, dass der multilaterale Krieg im Kongo allein seit 1996 5,4 Millionen Menschenleben gekostet hat und damit von allen kriegerischen Auseinandersetzungen seit dem 2. Weltkrieg die meisten Todesopfer gefordert hat.

Ashleys Kongo-Tagebuch ist eines der am meisten bewegenden Zeugnisse der Zerstörung dieser Region, das ich je gelesen habe.

Doch Ashley fand auch ein wenig Erholung von ihrer zermürbenden Reise – in Lola, wo sie plötzlich und ohne die übliche Entourage der Stars erschien, und Keza traf.

Keza ist ein erwachsener Bonobo, der 15 Jahre lang in einem biomedizinischen Labor in Kinshasa lebte. Er verbrachte sein ganzes Leben in Käfigen, ohne je auf einen Baum klettern oder ein Nest bauen zu können. Während der beiden Kriege litten er und die drei andere Bonobos dort oft Hunger, so sehr, dass sie sogar Spinnweben aßen. Claudine bemühte sich zehn Jahre lang darum, sie dort heraus zu holen, und schließlich konnten sie 2004 nach Lola übersiedeln.

Als sie ankamen, wollten sie zuerst nicht aus den Schlafhäusern herauskommen, weil sie sich vor dem Gras fürchteten, etwas, das sie nie zuvor gesehen hatten.
Dieses Video zeigt ihre Reise:

http://www.wasmoethwildlife.org/movie3.php

Wie wohl jeder, der 15 Jahre lang eingesperrt war, hat Keza ein paar Probleme. Er ist unberechenbar und reagiert auf Menschen manchmal aggressiv. Jahrelang versuchte ich immer wieder mit ihm zu spielen, aber er zeigte sich immer desinteressiert, egal, mit wie vielen Bananen ich ihn zu bestechen versuchte. Die einzige, mit der ich ihn je wirklich Kontakt aufnehmen sah, ist Claudine. Er schneidet ihr lustige Gesichter, indem er seine Lippen nach vorne streckt, wie hier auf dem Bild:


Dann schrieb mir Ashley: „Er blieb in meiner Nähe und ließ nicht ab, mich zum Spielen aufzufordern, also spielten wir miteinander und hatten viel Spaß. Er rannte weg und überschlug sich, setzte sich auf und wartete, bis ich dasselbe tat. Dann machte ich es, und er hatte solchen Spaß. Immer wieder versuchte er mich zu küssen und bestürmte die Tür zwischen uns. Am liebsten wäre ich den Zaun hochgeklettert! Wir hatten so viel Spaß, und er schien mich nicht gehen lassen zu wollen, sondern schnappte sich mein Hosenbein und hielt es eine Dreiviertelstunde lang fest.“


Ich war so glücklich, dass Keza jemand gefunden hatte, zu dem er Kontakt aufnehmen wollte. Anders als bei anderen Bonobos, von denen jeder der Liebling von irgendjemand hier ist, ist jeder von uns ein bisschen auf der Hut vor Keza, weil er unberechenbar ist.

Wenn Bonobos von Menschen aufgezogen werden, haben sie ein andauerndes Bedürfnis, mit ihnen zu kommunizieren. Wenn man darum durch Lola läuft, folgen einem 60 Bonobos. Wenn ein Bonobo aber von Menschen aufgezogen und misshandelt wird, kommt er in einen Konflikt. Nach wie vor möchte er Kontakt aufnehmen, aber manchmal dreht er durch. Ich kann es nicht wirklich erklären, aber ich denk, es hat für Keza viel bedeutet, mit Ashley zu spielen und Kontakt aufzunehmen, besonders da es bei ihm so selten vorkommt.

Darum Dank Dir, Ashley, dass Du Keza einen Nachmittag lang so glücklich gemacht hast. Komm und besuche uns bald wieder!

16. Juli 2010

Greenpeace ruft auf: Rettet die Wälder des Kongo!


Am 27. Juni organisierte Greenpeace eine Demonstration ‚Rettet die Wälder des Kongo‘. Dabei waren auch einige Bonobofreunde, die mit einigen Plakaten unserer pelzigen Freunde gekommen waren.


Ein herzliches Dankeschön von den Bonobos in Lola und Ekolo ya Bonobo!

6. Juli 2010

Lola in der New York Times

Hallo,

Brian und ich haben der NYT ein Interview gegeben:


http://www.nytimes.com/2010/07/06/science/06conv.html

Natürlich haben wir dabei auch die Werbetrommel für Lola gerührt!

Frage: Wo genau haben Sie diese Experimente durchgeführt? Ich habe den Eindruck, dass Bonobos schwierig zu erforschen sind, da die tropischen Regenwälder Zentralafrikas ihre natürliche Heimat sind.

Brians Antwort: Nun, wir sind in ein halbwildes Habitat gegangen. Claudine Andre, die außergewöhnliche Wildtierschützerin, hat in Kinshasa ein Reservat für Bonobos gegründet, die durch den Handel mit Bushmeat Waisen geworden sind. Sie hat die Kongolesen überredet, ihr dieses über 40 ha große Waldgebiet mit Teichen voller Seerosen und kleinen Wäldchen zu überlassen, das einst der idyllische Landsitz des Diktators Mobutu Sese Seko war.

Bei der Arbeit mit den Bonobowaisen des Reservats zeigte sich, dass sie freilebenden Tieren viel ähnlicher sind als die Tiere, die man etwa in einem Zoo beobachten könnte. Andererseits war es natürlich viel einfacher, sie zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten als mit freilebenden Tieren im Wald.

6. Juli 2010

Sankuru bei den großen Jungs!

Aus Sankurus dominantem Verhalten im Gehege Drei ‚Auswilderungstraining‘ schlossen wir, dass es das beste sei, sie für eine Weile in Gehege Zwei zu bringen, damit ihr ein bißchen Disziplin beigebracht wird!
Sankuru und Sake kommen herein ... was für eine Sensation! Ihre Genitalschwellung brachte das geordnete Leben der Jungs komplett durcheinander. Zwei Tage lang kam kein einziger von ihnen zu den üblichen Treffpunkten, wenn Sojamilch und andere Esswaren ausgeteilt wurden, außer der ‚alten Besatzung‘ Tshilomba, Maya und Makali ... während die Jungs an nichts anderes denken konnten als an die Reize Sankurus!

Nach drei Tagen sah alles ganz anders aus .. Jeder versuchte sein Glück bei Sankuru – manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg!


Besonders zwei noch sehr junge Bonobos, Tshilombas zweieinhalbjähriger Sohn Moyi und Mayas fünfjähriger Bisengo, wie besessen, und als Söhne der beiden Matriarchinnen fegten sie doch tatsächlich die erwachsenen Männchen mit unvergleichlicher Nonchalance vom Platz!

Wer weiß, ob der Ex-Star Likasi bald ihr Schicksal teilen wird?

Fortsetzung folgt ...

2. Juli 2010

Lollypop!

Das ist Waka mit einem Lollypop! Die Bonobos in der Kinderstation in Lola bekamen Lollypops von uns geschenkt. Es war interessant zu beobachten, wie jeder eine andere Technik entwickelte, seinen Lolly zu lutschen. Lukuru zerkaute ihren binnen zwei Sekunden und rannte dann herum und versuchte, allen anderen ihre zu stehlen, Sankrur dippte ihren in den Sand, mmh, wie knusprig ..., aber Waka war am tollsten. Sie lutschte ihren volle 28 Minuten lang – der absolute Rekord! Dieses Mädchen lutschte ihren Lollypop molekülweise und als er aufgelutscht war, betrachtete sie traurig den Stiel. Oh, happy days ...

Neues aus Ekolo ya Bonobo

Neues aus Ekolo ya Bonobo

Lukaya ist eine nachgiebigere Mutter als Etumbe, meint Suzy. Die junge Lomela träumt davon, eine Tante für die beiden Babies am Auswilderungsort sein zu dürfen. Etumbe war so gutmütig, sie auf Nsomi aufpassen zu lassen, aber Lomela ergriff die Gelegenheit und verschwnd mit ihr in den Baumkronen – nur um sofort von Etumbe verfolgt zu werden! Etumbe verjagte sie schließlich – genug ist genug!


Als Lomela dann Lukayas Baby nahm und sich mit ihm zu entfernen begann, war es Mbano, der Alarm schlug! Als er sah, wie gelassen Lukaya die Situation nahm, nahm Mbano Lomela das Baby wieder ab und brachte es sicher wieder zu seiner Mutter zurück!

Wednesday, November 3, 2010

29. Juni 2010

Einige Männer teilen wie Bonobos, andere wie Schimpansen

Die Ergebnisse einer neue Studie aus Lola!


Männer mögen Bonobomännchen ähnlich erscheinen, aber sobald es um Wettbewerb geht, haben sie mehr mit Schimpansenmännchen gemeinsam.

Eine neue Studie, die heute in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, zeigt unterschiedliche Hormonbefunde in Wettbewerbssituationen bei Bonobos und Schimpansen.

Schimpansen leben in männerdominierten Gesellschaften, wo Status alles ist und aggressive Wettbewerbssituationen entstehen können. Bei Bonobos ist immer ein Weibchen dominant und gegenseitige Toleranz erlaubt flexiblere Interaktion und Kooperation und das Teilen von Nahrungsmitteln. Oft haben Wissenschaftler sich gefragt, ob Verhaltensunterschiede teilweise durch unterschiedliche physiologische Reaktionen in Wettbewerbssituationen erklärt werden können.

Forscher aus Harvard und von der Duke University untersuchten Speichel der Menschenafffen, den sie mit in Süßigkeiten getauchten Wattestäbchen entnahmen, und prüften den Hormongehalt darin, jeweils bevor und nachdem je zwei Tiere einer Art einen großen Haufen Nahrungsmittel vorgesetzt bekamen... und Bonobos und Schimpansen erwiesen sich als vollkommen unterschiedlich, was ihre Hormonreaktion anlangte.

Männliche Schimpansen zeigten einen bemerkenswerten Testosteronanstieg, der typisch ist für Tiere in Wettbewerbs- oder Konfliktsituationen. Männliche Bonobos hingegen zeigten eine Zunahme an Cortisol, das mit Stresssituationen und Strategien zu eher passiver Auseinandersetzung in Verbindung gebracht wird.

„Schimpansenmännchen reagierten auf die Wettbewerbssituation als Bedrohung ihres Status“, sagt Victoria Wobber, Studentin aus Harvard, „Bonobos hingegen reagierten so, als ob ein möglicher Wettbewerb eine Stresssituation mit sich bringt, wie sich an ihrem Cortisolanstieg erwies.“


Menschenmänner zeigen in vielen Wettbewerbssituationen gewöhnlich eher einen Cortisolanstieg, ähnlich den Bonobos. Wenn bei Männern allerdings ausgeprägtes Machtstreben oder das Streben nach einem höheren Status hinzukommt, zeigen sie in Wettbewerbssituationen einen höheren Testosteronanstieg.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Steroidhormonanstiege, die mit Wettbewerbsstreben beim Menschen verbunden werden, ein gemeinsames Abstammungsmerkmal mit anderen Primaten sind“, meint Webber.

Während manche Männer in Wettbewerbssituationen eher wie Bonobos und andere eher wie Schimpansen reagieren, ist allerdings nur bei Menschen zu beobachten, dass sie nach einer Wettbewerbssituation einen Testosteronanstieg verzeichnen lassen, wenn sie gewonnen haben, und einen sinkenden Testosteronspiegel, wenn sie verloren haben (was vielleicht all die überzeichneten oder deprimierten Reaktionen bei Fans nach Sieg oder Niederlage erklärt!). Diese Beoachtung des Hormonspiegels nach Wettbewerbssituationen konnte so weder bei Bonobos noch bei Schimpansen nachgewiesen werden.

„Das ist sehr aufregend, weil wir sehen können, wie wir in manchen Dingen Bonobos ähnlich sind, in anderen ähneln wir Schimpansen“, sagt Brian Hare von der Duke University, „aber darüber hinaus gibt es einen Bereich unserer Biologie, der einzigartig ist.“

26. Juni 2010

Lolas Boot von Bonobo-Piraten gekapert

An diesem Tag hatte unsere Bildungsabteilung eine besonders große Schülergruppe zu Besuch. Waren sie es, die das Boot losgebunden hatte?


Gänzlich unbeaufsichtigt trieb das Boot sanft ab zur Bambusbucht bei Gehege Eins, wo eine Gruppe neugieriger Bonobos das Boot kaperte ... Manono, hüfttief im Wasser stehend, zog das Boot an Land, während dreizehn ‚Abenteurer der verlorenen Arche‘ an Bord kletterten und die Ruder schnappten. Stany, in Personalunion Oberaufseher vom Gehege und mutiger Bootskapitän, war ebenso besorgt um sein Bott wie um seine ‚Kinder‘, als er sich in den See stürzte, um schwimmend zu den Piraten zu gelangen. Nach endlosen Diskussionen stiegen alle Bonobos aus ... bis auf einen! Kasongo blieb noch eine Weile im Boot, legte die Überfahrt zusammen mit Stany im Boot zurück, doch dann kam alles wieder zurück zur gewöhnlichen Ordnung und der Kapitän hatte sein Boot wieder!

Und die Moral von der Geschicht: Der Gebrauch von Booten ist nichts, was exklusiv dem Menschen vorbehalten ist! Wir erinnern uns, wie Manono einmal aus den Stämmen zweier Bananenbäume und ein paar Schlingpflanzen ein Floß gebaut hatte – allerdings war die anschließende Bootstour nicht von Erfolg gekrönt!

Die Moral der Moral: Von jetzt an bleibt das Boot angekettet!