Ein Nest!
Die Bonobos bauen ein Nest! Das ist wirklich bemerkenswert, denn in Lola haben sie Nester gebaut, sondern schliefen im Schlafhaus. Nun sind sie zurück in der Wildnis, schlafen im Freien und bauen Schlafnester!
Ich frage mich, woher sie das kennen? Etumbe, das Alphaweibchen, verbrachte Jahre in einem Labor, bevor sie nach Lola kam. Die anderen Bonobos waren bei ihrer Ankunft in Lola noch Babys – woher haben sie gelernt, ein Nest zu bauen? Vielleicht können sie es instinktiv?
Hier ist jedenfalls ein Foto von einem Schlafnest der Bonobos. Es sieht zwar nur aus wie ein dunkler Haufen Blätter – aber wir sind alle schrecklich stolz!
Wednesday, November 3, 2010
Tuesday, October 26, 2010
6. Mai 2010
Eine Filmaufnahme von Bonobos, die durch Kopfschütteln ‚Nein‘ sagen
Direkt von der BBC, über die Bonobos, die wir aus Leipzig kennen!
Bonobos wurden dabei gefilmt, wie sie offensichtlich durch Kopfschütteln ‚Nein‘ sagten, berichten Wissenschaftler.
Bei mehreren Gelegenheiten wurden Bonobos gefilmt, die von Kopf von einer Seite zur anderen bewegten, um andere davon abzuhalten, etwas zu tun, das sie nicht wollten.
In einer Aufnahme wird eine Mutter gezeigt, die ihren Kopf schüttelt, um ihr Kind davon abzuhalten mit Essen zu spielen.
Dies könnte ein früher Vorläufer des Kopfschüttelns beim Menschen bei einem unserer nächsten Verwandten sein. Die Studie wurde in der Zeitschrift ‚Primates‘ veröffentlicht.
Ein missbilligender Blick
„Unsere Aufnahmen sind die ersten Berichte über präventives Kopfschütteln bei Bonobos“, sagt Christel Schneider vom Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Frau Schneider nahm diese Studie vor in Zusammenarbeit mit Dr. Josep Call vom Max Planck Institut und Dr. Katja Liebal von der Freien Universität Berlin.
Frau Schneider beschreibt, wie in ihrem Film eine Bonobomutter im Leipziger Zoo missbilligend ihren Kopf schüttelt, als ihr Baby mit Essen spielt.
„Ulindi versuchte ihre Tochter Luiza davon abzuhalten, mit einem Stück Lauch zu spielen. Nachdem Luiza trotz wiederholter Versuche, sie daran zu hindern, keine Notiz von ihr nahm, schüttelte Ulindi schließlich ihren Kopf über ihre Tochter“, beschreibt sie.
Schließlich wirft Ulindi den Lauch weg, während das Baby immer noch versuchte, danach zu greifen, berichten die Forscher.
‚Nein‘ auf Bonobo
Es ist bekannt, dass afrikanische Menschenaffen wie Bonobos (Pan paniscus) und Schimpansen (Pan troglodytes) Kopfbewegungen wie Nicken, Beugen oder Schütteln benutzen, um mit anderen Gruppenmitgliedern zu kommunizieren.
Von Bonobos war bereits bekannt, dass sie Kopfschütteln benützen, um Interaktionen mit anderen Gruppenmitgliedern zu initiieren, wie zum Spielen.
Doch dies ist die erste Studie, in der ein Bonobo gefilmt und beobachtet wurde, wie er seinen Kopf in einem verneinenden Kontext schüttelte, um das Verhalten eines anderen Bonobos zu beenden oder verhindern.
Die Forscher in Deutschland beobachteten dieses Verhalten, während sie im Rahmen einer umfassenderen Studie zum Kommunikationsverhalten von Menschenaffenbabys Bonobos untersuchten.
Mit Videoaufzeichnungen untersuchten sie Gesten und Verhalten bei Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans ins sechs europäischen Zoos.
Im Lauf der Studie beobachteten sie vier verschiedene Bonobos, die bei 13 verschiedenen Gelegenheiten ihre Köpfe in der beschriebenen Weise schüttelten.
Zuvor hatten nur anekdotenhafte Berichte geschildert, wie Schimpansen vereinzelt durch Kopfschütteln ‚nein‘ ausdrückten.
Der kultivierte Primat
Die Forscher beschreiben, wie Bonobos eine im Vergleich zu Schimpansen große Bandbreite von Kopfbewegungen aufweisen, und man glaubt, dass die Verwendung dieser Gesten, um damit etwas auszusagen, bei ihnen noch differenzierter ist.
Ein so hochentwickeltes Kommunikationssystem kann entstehen dank der anscheinend toleranten, kooperativen und egalitären Gesellschaft, in der Bonobos leben, mit ihren flachen Hierarchien und komplexen Sozialstrukturen.
So haben Bonobos wahrscheinlich das präventive Kopfschütteln entwickelt, um ein ‚nein‘ auszudrücken und mit Konfliktsituationen leichter umgehen zu können.
Die Forscher sagen vorsichtig, sie könnten noch nicht sicher sein, dass die Bonobos zweifelsfrei ‚nein’ meinen, wenn sie ihre Köpfe in dieser Weise schütteln. Doch bislang ist die beste Erklärung.
Sie sagen, dass nun noch mehr und genauere Untersuchungen erforderlich sein werden, um sämtliche Funktionen von Kopfbewegungen als Kommunikationsgesten bei den verschiedenen Menschenaffenarten zu verstehen.
Sie vermuten auch, dass diese Entdeckung einzigartige Einblicke in unser eigenes Kopfschüttel-Verhalten erlaubt.
„Wenn künftige Untersuchungen die Verwendung von präventivem Kopfschütteln bei unseren nächsten Verwandten, Bonobos und Schimpansen, bestätigen, würde dies zumindest die Frage aufwerfen, ob diese Gesten nicht einen frühen Vorläufer des menschlichen ‚Nein‘-Kopfschüttelns widerspiegeln“, so Frau Schneider.
Kurz gesagt, sind Menschen vielleicht schon dazu vorgeprägt, zur Verneinung die Köpfe zu schütteln.
Allerdings sollte, wie Frau Schneider BBC sagte, nicht vergessen werden, dass Kopfschütteln nicht immer eine Verneinung bedeutet. „In einigen Kulturen, wie beispielsweise in Bulgarien, bedeutet Kopfschütteln ‚ja‘“, sagt sie.
Nicht vergessen das Video zu sehen! Es ist absolut niedlich!
Direkt von der BBC, über die Bonobos, die wir aus Leipzig kennen!
Bonobos wurden dabei gefilmt, wie sie offensichtlich durch Kopfschütteln ‚Nein‘ sagten, berichten Wissenschaftler.
Bei mehreren Gelegenheiten wurden Bonobos gefilmt, die von Kopf von einer Seite zur anderen bewegten, um andere davon abzuhalten, etwas zu tun, das sie nicht wollten.
In einer Aufnahme wird eine Mutter gezeigt, die ihren Kopf schüttelt, um ihr Kind davon abzuhalten mit Essen zu spielen.
Dies könnte ein früher Vorläufer des Kopfschüttelns beim Menschen bei einem unserer nächsten Verwandten sein. Die Studie wurde in der Zeitschrift ‚Primates‘ veröffentlicht.
Ein missbilligender Blick
„Unsere Aufnahmen sind die ersten Berichte über präventives Kopfschütteln bei Bonobos“, sagt Christel Schneider vom Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Frau Schneider nahm diese Studie vor in Zusammenarbeit mit Dr. Josep Call vom Max Planck Institut und Dr. Katja Liebal von der Freien Universität Berlin.
Frau Schneider beschreibt, wie in ihrem Film eine Bonobomutter im Leipziger Zoo missbilligend ihren Kopf schüttelt, als ihr Baby mit Essen spielt.
„Ulindi versuchte ihre Tochter Luiza davon abzuhalten, mit einem Stück Lauch zu spielen. Nachdem Luiza trotz wiederholter Versuche, sie daran zu hindern, keine Notiz von ihr nahm, schüttelte Ulindi schließlich ihren Kopf über ihre Tochter“, beschreibt sie.
Schließlich wirft Ulindi den Lauch weg, während das Baby immer noch versuchte, danach zu greifen, berichten die Forscher.
‚Nein‘ auf Bonobo
Es ist bekannt, dass afrikanische Menschenaffen wie Bonobos (Pan paniscus) und Schimpansen (Pan troglodytes) Kopfbewegungen wie Nicken, Beugen oder Schütteln benutzen, um mit anderen Gruppenmitgliedern zu kommunizieren.
Von Bonobos war bereits bekannt, dass sie Kopfschütteln benützen, um Interaktionen mit anderen Gruppenmitgliedern zu initiieren, wie zum Spielen.
Doch dies ist die erste Studie, in der ein Bonobo gefilmt und beobachtet wurde, wie er seinen Kopf in einem verneinenden Kontext schüttelte, um das Verhalten eines anderen Bonobos zu beenden oder verhindern.
Die Forscher in Deutschland beobachteten dieses Verhalten, während sie im Rahmen einer umfassenderen Studie zum Kommunikationsverhalten von Menschenaffenbabys Bonobos untersuchten.
Mit Videoaufzeichnungen untersuchten sie Gesten und Verhalten bei Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans ins sechs europäischen Zoos.
Im Lauf der Studie beobachteten sie vier verschiedene Bonobos, die bei 13 verschiedenen Gelegenheiten ihre Köpfe in der beschriebenen Weise schüttelten.
Zuvor hatten nur anekdotenhafte Berichte geschildert, wie Schimpansen vereinzelt durch Kopfschütteln ‚nein‘ ausdrückten.
Der kultivierte Primat
Die Forscher beschreiben, wie Bonobos eine im Vergleich zu Schimpansen große Bandbreite von Kopfbewegungen aufweisen, und man glaubt, dass die Verwendung dieser Gesten, um damit etwas auszusagen, bei ihnen noch differenzierter ist.
Ein so hochentwickeltes Kommunikationssystem kann entstehen dank der anscheinend toleranten, kooperativen und egalitären Gesellschaft, in der Bonobos leben, mit ihren flachen Hierarchien und komplexen Sozialstrukturen.
So haben Bonobos wahrscheinlich das präventive Kopfschütteln entwickelt, um ein ‚nein‘ auszudrücken und mit Konfliktsituationen leichter umgehen zu können.
Die Forscher sagen vorsichtig, sie könnten noch nicht sicher sein, dass die Bonobos zweifelsfrei ‚nein’ meinen, wenn sie ihre Köpfe in dieser Weise schütteln. Doch bislang ist die beste Erklärung.
Sie sagen, dass nun noch mehr und genauere Untersuchungen erforderlich sein werden, um sämtliche Funktionen von Kopfbewegungen als Kommunikationsgesten bei den verschiedenen Menschenaffenarten zu verstehen.
Sie vermuten auch, dass diese Entdeckung einzigartige Einblicke in unser eigenes Kopfschüttel-Verhalten erlaubt.
„Wenn künftige Untersuchungen die Verwendung von präventivem Kopfschütteln bei unseren nächsten Verwandten, Bonobos und Schimpansen, bestätigen, würde dies zumindest die Frage aufwerfen, ob diese Gesten nicht einen frühen Vorläufer des menschlichen ‚Nein‘-Kopfschüttelns widerspiegeln“, so Frau Schneider.
Kurz gesagt, sind Menschen vielleicht schon dazu vorgeprägt, zur Verneinung die Köpfe zu schütteln.
Allerdings sollte, wie Frau Schneider BBC sagte, nicht vergessen werden, dass Kopfschütteln nicht immer eine Verneinung bedeutet. „In einigen Kulturen, wie beispielsweise in Bulgarien, bedeutet Kopfschütteln ‚ja‘“, sagt sie.
Nicht vergessen das Video zu sehen! Es ist absolut niedlich!
5. Mai 2010
Die erste Geburt in Ekolo
Verrückt, wie schnell die Babies gewachsen sind! Es kommt mir vor, als wäre es erst Sekunden her, dass Nkumu so groß war wie ein Böhnchen, und nun rennt sie imganzen Wald umher – wie hier!
Verrückt, wie schnell die Babies gewachsen sind! Es kommt mir vor, als wäre es erst Sekunden her, dass Nkumu so groß war wie ein Böhnchen, und nun rennt sie imganzen Wald umher – wie hier!
3. Mai 2010
Lomela im Wald
Unser süßes Mädchen macht sich so wunderbar im Wald. Unglaublich, wie groß sie geworden ist!
Die Bonobos sind sehr gut darin, im Wald Futter zu finden. Manchmal unternehmen sie auf Nahrungssuche so weite Wanderungen, dass die Wildhüter Mühe haben, sie nicht aus den Augen zu verlieren!
Es ist so schön, die Bonobos in Freiheit zu sehen – so als ob sie sie nie verlassen hätten!
Unser süßes Mädchen macht sich so wunderbar im Wald. Unglaublich, wie groß sie geworden ist!
Die Bonobos sind sehr gut darin, im Wald Futter zu finden. Manchmal unternehmen sie auf Nahrungssuche so weite Wanderungen, dass die Wildhüter Mühe haben, sie nicht aus den Augen zu verlieren!
Es ist so schön, die Bonobos in Freiheit zu sehen – so als ob sie sie nie verlassen hätten!
30. April 2010
Ein lieber Brief von Jane
Nachdem Jane plötzlich in Lola zu Besuch gekommen war, mit ihrer gewohnt unvergleichlichen Eleganz, schrieb sie Claudine einen lieben Brief, in dem sie erklärte, jetzt wisse sie ganz genau, dass Schimpansen und Bonobos zwei unterschiedliche Arten seien. Es war so schön, die Bonobos zusammen schwimmen zu sehen! Außerdem tat Jane die erste Spende in die Spendendose ... Wir lieben Dich, Jane, und hoffen, Du kommst uns eines Tages wieder besuchen!
Nachdem Jane plötzlich in Lola zu Besuch gekommen war, mit ihrer gewohnt unvergleichlichen Eleganz, schrieb sie Claudine einen lieben Brief, in dem sie erklärte, jetzt wisse sie ganz genau, dass Schimpansen und Bonobos zwei unterschiedliche Arten seien. Es war so schön, die Bonobos zusammen schwimmen zu sehen! Außerdem tat Jane die erste Spende in die Spendendose ... Wir lieben Dich, Jane, und hoffen, Du kommst uns eines Tages wieder besuchen!
29. April 2010
Menschen können viel von Bonobos lernen, meinen Wissenschaftler
Was können wir von Bonobos lernen? Brian sprudelt über für Live Science.
Der Primatologe Brian Hare wünschte, noch mehr Menschen könnten entdecken, was die Bonobos uns über die menschliche Natur lehren können. „Ich denke wirklich, sie sind die klügsten Menschenaffen der Welt“, sagte er. „Wir haben viel von ihnen zu lernen.“
Bonobos sind genetisch eng verwandt mit Menschen, doch wissen die meisten Leute ziemlich wenig über sie. Mit seiner laufenden Forschung hofft Hare dies zu ändern.
„Bonobos sind wirklich unser unbekannter Cousin, den wir auf Armeslänge entfernt halten“, sagte Hare. „Die Öffentlichkeit ist mit ihnen so wenig vertraut, dass sogar viele Reporter, die mich interviewt haben, in ihren Berichten Bonobos als Äffchen bezeichnen, nicht als Primaten, wie wir. Darum ist es phantastisch, wenn Bonobos etwas Aufmerksamkeit bekommen.“
Bonobos werden oft mit Schimpansen verwechselt, aber tatsächlich sind sie ziemlich verschieden. Äußerlich sind sie schmaler, mit schwarzen Gesichtern, rosa Lippen und langem schwarzem Haar mit einem aparten Mittelscheitel. Schimpansen haben tiefe, laute Stimmen, während die Stimmen von Bonobos eher hoch sind.
Viel bedeutsamer ist, dass Schimpansen kriegerisch sind, dass bei ihnen die Männchen dominieren und Schimpansen ziemlich gewalttätig werden können, sogar bis hin zur gegenseitigen Tötung. Bonobos dagegen werden von Weibchen dominiert, sie töten einander nie und benutzen sexuelle Aktivitäten, um eine ausgeglichene Stimmung in der Gruppe zu erhalten.
Hare, Assistenzprofessor für Evolutionäre Anthropologie der Duke University in North Carolina/USA, verbringt jedes Jahr etliche Monate in der Demokratischen Republik Kongo, wo er über Bonobos forscht. Er konzentriert sich auf ihr Verhalten, besonders auf Strategien zur Konfliktlösung und zur Interaktion mit anderen Bonobos.
Kürzlich fanden er und seine Kollegen heraus, dass Bonobos von Natur aus teilen. Ihre Studie, kürzlich erschienen in ‚Current Biology‘ und finanziert von der National Science Foundation und dem European Research Council, beschreibt, wie Bonobos ihre Nahrung mit anderen Bonobos freudig teilen und diese Bereitschaft im Lauf ihres Lebens auch beibehalten – anders als Schimpansen, die mit dem Erwachsenwerden immer selbstbezogener werden.
In einem Experiment durften die Tiere im Gehege einen Berg von Nahrungsmitteln entweder für sich selbst behalten oder aber eine Tür öffnen, die einem anderen Bonobo den Zutritt erlaubte, um mit ihnen gemeinsam zu essen. Die Bonobos öffneten die Tür jedes einzelne Mal.
„Was wir sahen, ist, dass die Bonobos freiwillig ihren Nachbarn die Tür öffneten, um die Nahrung mit ihnen zu teilen“, berichtete Hare.
Eine andere Gruppe von Experimenten, diesmal im Tchimpounga Reservat im Kongo, verglich Schimpansen mit Bonobos. Junge Schimpansen ähnelten in ihrer Bereitschaft, Nahrung zu teilen, jungen Bonobos, doch die Forscher entdeckten, dass diese Bereitschaft mit steigendem Alter der Schimpansen abnahm. Bonobos hingegen teilen weiterhin mit anderen, wie sie es als Heranwachsenden getan haben, auch wenn sie längst ausgewachsen sind, sagten sie.
„Es scheint, als ob einige dieser Verhaltensunterschiede tatsächlich auf Entwicklungsunterschiede zurückgehen“, meint Victoria Wobber, eine graduierte Studentin, die mit Hare zusammenarbeitet. „Die Evolution hat auf die Entwicklung ihrer Wahrnehmung eingewirkt.“
Hare und sein Mentor, Richard Wrangham von Harvard, glauben, dass Bonobos sich so verhalten, weil sie sich immer einer mit Nahrungsmitteln überreich ausgestatteten Umgebung erfreut haben. Sie leben normalerweise südlich des Kongoflusses, wo es viel Nahrung gibt und darum keinen Wettbewerb mit Gorillas – wie bei Schimpansen – oder Nahrungskonkurrenten der eigenen Art.
Doch die Bonobos haben menschliche Feinde, vor allem Jäger, die in den verbotenen internationalen Handel mit Bushmeat verwickelt sind. Tierschützer versuchen Bonobos zu retten, die durch diesen Handel zu Waisen geworden sind, schaffen eine Zuflucht für sie im Reservat, wo sie ihr Leben lang geschützt sind.
„Unglücklicherweise sind Bonobos gegen die Kugeln der Wilderer nicht immun, sondern fallen ihnen oft zum Opfer“, bedauerte Hare. „Ihr Fleisch wird auf den Märkten der großen Städte im Kongo verkauft, und die Babies, die den Tod ihrer Mütter überlebt haben, verkaufen die Bushmeathändler als Haustiere. Hier im Kongo ist es verboten, Bonobos zu kaufen oder zu verkaufen; wenn darum ein Tier auf dem Markt oder im Besitz eines Schmugglers entdeckt wird, wird es beschlagnahmt.“
Diese Tiere finden ein neues Zuhause im Reservat Lola ya Bonobo, in Petites Chutes de la Lukaya, direkt vor den Toren der Hauptstadt Kinshasa. ‚Lola ya Bonobo‘ heißt auf Lingala, der wichtigsten Sprache in Kinshasa, ‚Paradies der Bonobos‘.
Lola ya Bonobo sorgt für über 60 verwaiste Bonobos. Die Einrichtung wird von einer Gruppe von erfahrenen Tierschützern geführt. Sie alle „haben unglaubliche Erfolge darin erzielt, die kleinen Bonobobabies zu rehabilitieren, damit sie sich rasch von dem Trauma ihrer Gefangennahme erholen und ein normales und glückliches Leben mit ihren Artgenossen im Reservat führen können“, sagte Hare, und fügte hinzu: „Sie haben dort einen riesigen, mehr als 30 ha großen Wald, in dem sie jeden Tag spielen“.
Viele dieser geretteten Bonobos dienten Hare als Studienobjekt. Im Reservat experimentieren Hare und seine Mitarbeiter mit den Bonobos und beobachten ihr Verhalten. „Im Grunde denken wir uns einfach lustige Spiele aus, die die Bonobos spielen und sich damit vergnügen können, wobei wir gleichzeitig beobachten können, wie sie Probleme lösen“, sagte er. „Die gerade in ‚Current Biology‘ veröffentliche Studie ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig Experimente sind, um die Psyche von Tieren zu verstehen.“
Nach diesen Spielen „lassen wir die Bonobos wieder in ihre riesigen Freigehege, wo sie mit allen anderen Bonobos in dem kleinen Urwald spielen können, in dem sie sich tagsüber aufhalten“, fügte Hare hinzu. „In der Regel halten sie sich etwa eine Stunde im Raum auf, bekommen ein Menge leckerer Sachen, und gehen dann wieder nach draußen.“
In Atlanta geboren und aufgewachsen, hat sich der 34jährige Hare schon immer für Tiere und Biologie interessiert, so dass eine Laufbahn als Verhaltensforscher sich quasi von selbst ergab. An der Emory University arbeitete er unter anderem mit Schimpansen.
„Jedenfalls wollte ich schon immer Bonobos untersuchen und mit Schimpansen vergleichen“, erzählte er. „Meine Doktorarbeit schrieb ich in Harvard bei Richard Wrangham, der mich ermutigt hat, in Afrika im Reservat zu arbeiten, wie Lola ya Bonobo. Das ist phantastisch, weil so unsere Forschungsgelder Organisationen zu Gute kommen, die sich dem Tier- und Artenschutz in den Ländern widmen, in denen der natürliche Lebensraum der Menschenaffen liegt.
Hares Ehefrau Vanessa Woods ist wissenschaftliche Assistentin in Biologischer Anthropologie und Anantomie an der Duke University. Sie hat ein Buch über Bonobos, den Kongo und ihre Studien geschrieben, das unter dem Titel ‚Bonobo Handshake‘ im Juni erscheinen wird. „Das könnte sehr interessant für Menschen sein, die mehr über Bonobos erfahren wollen“, meinte Hare. „Sie beschreibt darin unsere Studien sehr detailliert – manches vielleicht sogar zu detailliert – ein vielversprechender Ort, um komische Geschichten zu finden.“
Lola ya Bonobo, so Hare, ist die größte Einrichtung mit in Gefangenschaft lebenden Bonobos, die die Forschung unterstützt, und den Forschern erlaubt, „vielfältige Vergleiche zwischen Schimpansen und Bonobos anzustellen, die ansonsten unmöglich wären“.
Hare ist besonders erfreut darüber, dass eine seiner Forscherkolleginnen, Suzy Kwetuenda, die in Lola ya Bonobo arbeitet, als erste kongolesische Studentin überhaupt das Verhalten der Bonobos untersucht.
„Ich hoffe, sie wird die erste von vielen StudentInnen sein, die das Verhalten und die Psyche der Bonobos erforscht“, fügte Hare hinzu, „und so wird es jedem kongolesischen Bürger ein Anliegen sein, das Überleben der Bonobos zu sichern, der einzig und allein in ihrem Land zu Hause ist“.
Was können wir von Bonobos lernen? Brian sprudelt über für Live Science.
Der Primatologe Brian Hare wünschte, noch mehr Menschen könnten entdecken, was die Bonobos uns über die menschliche Natur lehren können. „Ich denke wirklich, sie sind die klügsten Menschenaffen der Welt“, sagte er. „Wir haben viel von ihnen zu lernen.“
Bonobos sind genetisch eng verwandt mit Menschen, doch wissen die meisten Leute ziemlich wenig über sie. Mit seiner laufenden Forschung hofft Hare dies zu ändern.
„Bonobos sind wirklich unser unbekannter Cousin, den wir auf Armeslänge entfernt halten“, sagte Hare. „Die Öffentlichkeit ist mit ihnen so wenig vertraut, dass sogar viele Reporter, die mich interviewt haben, in ihren Berichten Bonobos als Äffchen bezeichnen, nicht als Primaten, wie wir. Darum ist es phantastisch, wenn Bonobos etwas Aufmerksamkeit bekommen.“
Bonobos werden oft mit Schimpansen verwechselt, aber tatsächlich sind sie ziemlich verschieden. Äußerlich sind sie schmaler, mit schwarzen Gesichtern, rosa Lippen und langem schwarzem Haar mit einem aparten Mittelscheitel. Schimpansen haben tiefe, laute Stimmen, während die Stimmen von Bonobos eher hoch sind.
Viel bedeutsamer ist, dass Schimpansen kriegerisch sind, dass bei ihnen die Männchen dominieren und Schimpansen ziemlich gewalttätig werden können, sogar bis hin zur gegenseitigen Tötung. Bonobos dagegen werden von Weibchen dominiert, sie töten einander nie und benutzen sexuelle Aktivitäten, um eine ausgeglichene Stimmung in der Gruppe zu erhalten.
Hare, Assistenzprofessor für Evolutionäre Anthropologie der Duke University in North Carolina/USA, verbringt jedes Jahr etliche Monate in der Demokratischen Republik Kongo, wo er über Bonobos forscht. Er konzentriert sich auf ihr Verhalten, besonders auf Strategien zur Konfliktlösung und zur Interaktion mit anderen Bonobos.
Kürzlich fanden er und seine Kollegen heraus, dass Bonobos von Natur aus teilen. Ihre Studie, kürzlich erschienen in ‚Current Biology‘ und finanziert von der National Science Foundation und dem European Research Council, beschreibt, wie Bonobos ihre Nahrung mit anderen Bonobos freudig teilen und diese Bereitschaft im Lauf ihres Lebens auch beibehalten – anders als Schimpansen, die mit dem Erwachsenwerden immer selbstbezogener werden.
In einem Experiment durften die Tiere im Gehege einen Berg von Nahrungsmitteln entweder für sich selbst behalten oder aber eine Tür öffnen, die einem anderen Bonobo den Zutritt erlaubte, um mit ihnen gemeinsam zu essen. Die Bonobos öffneten die Tür jedes einzelne Mal.
„Was wir sahen, ist, dass die Bonobos freiwillig ihren Nachbarn die Tür öffneten, um die Nahrung mit ihnen zu teilen“, berichtete Hare.
Eine andere Gruppe von Experimenten, diesmal im Tchimpounga Reservat im Kongo, verglich Schimpansen mit Bonobos. Junge Schimpansen ähnelten in ihrer Bereitschaft, Nahrung zu teilen, jungen Bonobos, doch die Forscher entdeckten, dass diese Bereitschaft mit steigendem Alter der Schimpansen abnahm. Bonobos hingegen teilen weiterhin mit anderen, wie sie es als Heranwachsenden getan haben, auch wenn sie längst ausgewachsen sind, sagten sie.
„Es scheint, als ob einige dieser Verhaltensunterschiede tatsächlich auf Entwicklungsunterschiede zurückgehen“, meint Victoria Wobber, eine graduierte Studentin, die mit Hare zusammenarbeitet. „Die Evolution hat auf die Entwicklung ihrer Wahrnehmung eingewirkt.“
Hare und sein Mentor, Richard Wrangham von Harvard, glauben, dass Bonobos sich so verhalten, weil sie sich immer einer mit Nahrungsmitteln überreich ausgestatteten Umgebung erfreut haben. Sie leben normalerweise südlich des Kongoflusses, wo es viel Nahrung gibt und darum keinen Wettbewerb mit Gorillas – wie bei Schimpansen – oder Nahrungskonkurrenten der eigenen Art.
Doch die Bonobos haben menschliche Feinde, vor allem Jäger, die in den verbotenen internationalen Handel mit Bushmeat verwickelt sind. Tierschützer versuchen Bonobos zu retten, die durch diesen Handel zu Waisen geworden sind, schaffen eine Zuflucht für sie im Reservat, wo sie ihr Leben lang geschützt sind.
„Unglücklicherweise sind Bonobos gegen die Kugeln der Wilderer nicht immun, sondern fallen ihnen oft zum Opfer“, bedauerte Hare. „Ihr Fleisch wird auf den Märkten der großen Städte im Kongo verkauft, und die Babies, die den Tod ihrer Mütter überlebt haben, verkaufen die Bushmeathändler als Haustiere. Hier im Kongo ist es verboten, Bonobos zu kaufen oder zu verkaufen; wenn darum ein Tier auf dem Markt oder im Besitz eines Schmugglers entdeckt wird, wird es beschlagnahmt.“
Diese Tiere finden ein neues Zuhause im Reservat Lola ya Bonobo, in Petites Chutes de la Lukaya, direkt vor den Toren der Hauptstadt Kinshasa. ‚Lola ya Bonobo‘ heißt auf Lingala, der wichtigsten Sprache in Kinshasa, ‚Paradies der Bonobos‘.
Lola ya Bonobo sorgt für über 60 verwaiste Bonobos. Die Einrichtung wird von einer Gruppe von erfahrenen Tierschützern geführt. Sie alle „haben unglaubliche Erfolge darin erzielt, die kleinen Bonobobabies zu rehabilitieren, damit sie sich rasch von dem Trauma ihrer Gefangennahme erholen und ein normales und glückliches Leben mit ihren Artgenossen im Reservat führen können“, sagte Hare, und fügte hinzu: „Sie haben dort einen riesigen, mehr als 30 ha großen Wald, in dem sie jeden Tag spielen“.
Viele dieser geretteten Bonobos dienten Hare als Studienobjekt. Im Reservat experimentieren Hare und seine Mitarbeiter mit den Bonobos und beobachten ihr Verhalten. „Im Grunde denken wir uns einfach lustige Spiele aus, die die Bonobos spielen und sich damit vergnügen können, wobei wir gleichzeitig beobachten können, wie sie Probleme lösen“, sagte er. „Die gerade in ‚Current Biology‘ veröffentliche Studie ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig Experimente sind, um die Psyche von Tieren zu verstehen.“
Nach diesen Spielen „lassen wir die Bonobos wieder in ihre riesigen Freigehege, wo sie mit allen anderen Bonobos in dem kleinen Urwald spielen können, in dem sie sich tagsüber aufhalten“, fügte Hare hinzu. „In der Regel halten sie sich etwa eine Stunde im Raum auf, bekommen ein Menge leckerer Sachen, und gehen dann wieder nach draußen.“
In Atlanta geboren und aufgewachsen, hat sich der 34jährige Hare schon immer für Tiere und Biologie interessiert, so dass eine Laufbahn als Verhaltensforscher sich quasi von selbst ergab. An der Emory University arbeitete er unter anderem mit Schimpansen.
„Jedenfalls wollte ich schon immer Bonobos untersuchen und mit Schimpansen vergleichen“, erzählte er. „Meine Doktorarbeit schrieb ich in Harvard bei Richard Wrangham, der mich ermutigt hat, in Afrika im Reservat zu arbeiten, wie Lola ya Bonobo. Das ist phantastisch, weil so unsere Forschungsgelder Organisationen zu Gute kommen, die sich dem Tier- und Artenschutz in den Ländern widmen, in denen der natürliche Lebensraum der Menschenaffen liegt.
Hares Ehefrau Vanessa Woods ist wissenschaftliche Assistentin in Biologischer Anthropologie und Anantomie an der Duke University. Sie hat ein Buch über Bonobos, den Kongo und ihre Studien geschrieben, das unter dem Titel ‚Bonobo Handshake‘ im Juni erscheinen wird. „Das könnte sehr interessant für Menschen sein, die mehr über Bonobos erfahren wollen“, meinte Hare. „Sie beschreibt darin unsere Studien sehr detailliert – manches vielleicht sogar zu detailliert – ein vielversprechender Ort, um komische Geschichten zu finden.“
Lola ya Bonobo, so Hare, ist die größte Einrichtung mit in Gefangenschaft lebenden Bonobos, die die Forschung unterstützt, und den Forschern erlaubt, „vielfältige Vergleiche zwischen Schimpansen und Bonobos anzustellen, die ansonsten unmöglich wären“.
Hare ist besonders erfreut darüber, dass eine seiner Forscherkolleginnen, Suzy Kwetuenda, die in Lola ya Bonobo arbeitet, als erste kongolesische Studentin überhaupt das Verhalten der Bonobos untersucht.
„Ich hoffe, sie wird die erste von vielen StudentInnen sein, die das Verhalten und die Psyche der Bonobos erforscht“, fügte Hare hinzu, „und so wird es jedem kongolesischen Bürger ein Anliegen sein, das Überleben der Bonobos zu sichern, der einzig und allein in ihrem Land zu Hause ist“.
29. April 2010
Sooo lustig ... !
Es herrscht ein ziemlicher Mangel an Bonobo-bezogenen Sachen, aber heute Morgen schickte mir jemand dieses Video. Die Bonobos sind übrigens alle in Lola! Das heitert wirklich auch den trübsten Morgen auf!
http://www.youtube.com/watch?v=4oe8E8K14mU&feature=player_embedded#!
Es herrscht ein ziemlicher Mangel an Bonobo-bezogenen Sachen, aber heute Morgen schickte mir jemand dieses Video. Die Bonobos sind übrigens alle in Lola! Das heitert wirklich auch den trübsten Morgen auf!
http://www.youtube.com/watch?v=4oe8E8K14mU&feature=player_embedded#!
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